Mein Name ist Günter Lacker durch eine Hirnhautentzündung bin ich sprachlich und körperlich behindert.
Mein Hobby ist das Wetter in all seinen Auswirkungen, also ein richtiger Hobbywetterfrosch.
Meine Liebe zum Wetter und der Entstehung von Wetterextremen wollte ich zu meinem Beruf machen. Ja liebe Besucher, wie Ihr euch alle denken könnt, ist es als Mensch mit einer Behinderung nicht einfach in unserer Gesellschaft seine Träume zu verwirklichen.
So blieb mir der Weg mein Hobby zumindest teilweise zum Beruf zu machen leider versagt.
Schon als kleiner Junge war mein Blick zum Himmel gerichtet um die Wolkenberge über dem Schwarzwald zu beobachten und das ferne Donnergrollen zu hören. Ja das ferne Donnergrollen im Sommer der aufkommende Wind der sich langsam steigert und die vielfältigsten Gerüche mit sich bringt, zwingt mich noch heute dazu meine Nase in den Wind zu halten, um das herannahende Gewitter zu riechen. Es gehört zu den schönsten Momenten in meinem Leben, das Wetter mit meinen Sinnen genießen zu dürfen.
Einfach da zu stehen die Augen zu schließen und sich den Geräuschen, Gerüchen und dem Wind hinzugeben. Das Konzert der Natur genießen, abzugleiten um den Alltag für einige Minuten zu vergessen. Zu vergessen das ich Behindert bin. Den Wind zu spüren der die warme Luft um meinen Körper streichen lässt nur um im nächsten Augenblick mit der ersten kühlen frische des Regens der weit entfernt fällt, mir eine Gänsehaut zu bereiten. Doch der Wind meint es gut mit mir und wärmt mich mit einen letzten warmen Hauch, bevor er wieder erliegt. Das Donnergrollen wird lauter, die Luft steht jetzt so ruhig als würde Sie gerade so wie ich still stehend dem Schauspiel entgegenfiebern.
Wieder ein Donnergrollen, diesmal mit einem tiefen Bass den ich in meinem Bauch als leichtes kribbeln spüren kann. Intensiver als zuvor spüre ich die Sonnenstrahlen auf meiner Haut, fast könnte man den Eindruck gewinnen die Sonne gibt noch mal alles um das voranschreiten der großen Wolkenberge zu verhindern. Wieder ein Donnergrollen diesmal langgezogen und mit kräftigen Bässen. Es hört sich wie eine Warnung an. Leichtes kribbeln macht sich breit in meinem Bauch, sind es Glücksgefühle?.
Der Luft gerät etwas in Bewegung ganz zaghaft nur so als ob sie mich an die Warnung des Donners erinnern möchte.
Es rumpelt das Donnergrollen ist nun schon kräftiger, ich kann den Bass ganz deutlich in meinem Bauch spüren. Die Luft steht wieder still, so als ob sie sich vor dem nächsten Donner fürchten würde.
Die Sonne brennt auf der Haut, ein letztes aufbäumen der Sonnenstrahlen bevor die großen Wolkenberge den Kampf gewinnen. Ich spüre eine ganz zarte Luftbewegung, das sanfte anstupsen der Luft, sowie eine Mutter ihr kleines Neugeborenes streichelt. Ich schaffe es nicht die Augen zu öffnen und mich wieder der Realität zu stellen, zu schön ist das brennen der Sonne auf der Haut, zu schön sind die Bässe des Donnergrollen, zu schön ist es den Sommer zu riechen, zu schön um die Augen zu öffnen.
Der warme Lufthauch streichelt nun intensiver meine Haut, ich spüre wie die warme Luft beginnt dem drohenden Gewitter zu entfliehen, ein kühle Brise lässt mich erzittern, die ersten Jäger der warmen Luft sind angekommen. Doch noch einmal kommt die warme Luft zurück um meine Haut zu erwärmen.
Das Donnergrollen ist in ein ständiges grollen übergangen, die Hymne ist angestimmt.
Ich lausche den Klängen der Hymne, nehme den Rhythmus in mich auf.
Die Sonnenstrahlen verlieren langsam ihre Kraft, das brennen auf der Haut lässt nach es wird kühler.
Ein Donnerschlag gefolgt von einem langen tiefen rumpeln die letzte Warnung wurde ausgesprochen.
Doch ich kann meine Augen nicht öffnen, zu schön ist dass Gefühl von Schmetterlingen in meinem Bauch zu schön ist der intensive Geruch des Sommer, zu schön ist es den klängen der Hymne zu lauschen Nein ich möchte nicht entfliehen.
Die warme Luft um mich herum setzt sich in Bewegung zuerst nur ganz langsam dann ziemlich schnell. Die Flucht vor den Jägern hat nun entgültig begonnen. Der Wind wird kühl, Gänsehaut umspannt meinen Körper, die Schmetterlinge in meinem Bauch beginnen verrückt zu spielen.
Plop Plop Plop.. eiskalte große Regentropfen treffen mich wie kleine Kugeln.
Ein gewaltiger Donnerschlag reißt mich heraus aus der Trance, reißt mich zurück in die Realität, reißt mich zurück in meine Behinderung. Schnell ins Haus, doch meine Beine haben es nicht so eilig.
Ich habe Angst der Himmel verdunkelt sich rasant, der Wind faucht um die Ecken. Die Donnerschläge sind so laut. Ein greller Blitz zuckt aus den dunklen Wolken gefolgt von einem fauchenden Donnerschlag dass der Boden erzitterte. So als wollte mir das Gewitter damit sagen: "Warum hast Du meine Warnung nicht befolgt"
Laufen schnell laufen sind meine Gedanken, nur schnell rein ins Haus, doch meine Beine haben es immer noch nicht so eilig. Noch ein Donnerschlag dass der Boden erzittert.
Geschafft ich bin im Haus.
Gehe ans Fenster sehe wie sich die Bäume im Wind verneigen, manche verneigen sich ganz tief.
Es ist wie eine Verbeugung, nur vor wem? Der Himmel ist ganz schwarz es ist fast schon dunkel draußen, doch die Uhr zeigt erst 13:03 Uhr.
Die Blitze erhellen den Raum.
Die Donnerschläge sind extrem laut, lauter Naheinschläge!
Dann öffnet der Himmel seine Schleusen, der Regen prasselt mit einer Intensität herunter, dass man sein eigenes Wort fast nicht mehr versteht. Auf der Bundesstraße kommt der Verkehr zum erliegen.
Kleine Bäche sind bereits auf der Straße erkennbar. Die Donnerschläge sind immer noch so laut dass man jedes mal richtig erschreckt. Adrenalin macht sich in meinem Körper breit. Das ist ein Unwetter ein richtiges Unwetter.
Ja liebe Besucher, das war ein kleiner Eindruck wie mich das Wetter an machen Tagen in meinem Leben begleitet.
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